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Love Story Short - Von einer Liebe, die zerbrach. So nennt Eva-Maria Hartmann ihr aktuelles Crossover-Programm, das die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung zwischen zweien beschreibt. Es ist ein versuch, die Liebe und den Schmerz zu besingen, zu schwelgen und sie letztlich aus dem Herzen zu schreien. Schwärmend, wütend und jammernd. Traurig und Romantisch. In allen Farben

​Love Story Short. Kritik: klassik-heute.de / Ekkehard Pluta [18.10.2024]

Den kuriosen Spruch „Liebe ist nicht ohne bitter“ fand Kurt Tucholsky einmal auf einem Kalender in einem Schweizer Hotel. Der könnte auch das Motto des vorliegenden Programms sein, das die Sopranistin Eva-Maria Hartmann und der Pianist Hilko Dumno gemeinsam erarbeitet haben. Der von ihnen gewählte Untertitel „Von einer Liebe, die zerbrach“ trifft die Sache nur halb, denn es geht um das Auf und Ab in Liebesbeziehungen, ihre Glücksmomente und ihre Vergänglichkeit. Der Liebesschmerz freilich überwiegt in den sehr originell zusammengestellten Liedern und Songs.

Wechselbäder der Gefühle

Hochgemut auf einem Pegasus starten die beiden mit dem Lied Love went a riding von Frank Bridge (1879-1941), einem Lehrer von Benjamin Britten. Hoffnungsfroh tönt auch der Walzer Je te veux von Erik Satie. Die Desillusionierung bleibt nicht aus: in Kurt Weills Wie lange noch? auf einen Text von Walter Mehring fragt sich eine vom Geliebten beständig gedemütigte Frau, ob sie die Kraft finden wird, Schluss zu machen. Nackte Verzweiflung spricht aus dem lyrischen Ich in August von Platens Du liebst mich nicht in der Vertonung von Franz Schubert. Drei der vier Lieder op. 27, die Richard Strauss seiner Frau Pauline 1894 zum Hochzeitsgeschenk gemacht hat, spielen die Ambivalenz von Liebesgefühlen an. Auf die Stürme in Ruhe, meine Seele folgt hier direkt das hoffnungsfrohe Morgen!

Lakonisch und musikalisch lapidar wird dann in Peter Altenbergs und Hanns Eislers Und endlich das Sterben der Sehnsucht beschrieben. Wechselbäder der Gefühle sind das dramaturgische Prinzip des Programmablaufs. 

Wechselwirkungen der Stile

Und sie werden durch Wechsel der musikalischen Stile besonders farbig und variabel gestaltet. Der Begriff „crossover“ bedeutet hier eine wechselseitige Durchdringung von E- und U-Musik. Und man erkennt: so weit entfernt von Schubert ist etwa Billy Joel (Jg. 1949), einer der erfolgreichsten Songwriter Amerikas, gar nicht, wenn er in And so it goes das seelische Innenleben als ein Heiligtum definiert. Bei uns nur wenig bekannt ist William Bolcom (Jg. 1938), Schüler von Milhaud und Messiaen, der neben Opern, Sinfonien und Kammermusik auch zahlreiche Ragtimes und Cabaret Songs komponiert hat, letztere für seine Frau Joan Morris. Er ist hier mit drei Titeln vertreten, von denen Toothbrush time auch musikalisch viel Charme und Witz entfaltet. Ebenfalls als Cabaret Song bezeichnet Benjamin Britten seinen Funeral Blues auf einen Text von W. H. Auden, einen rhythmisch pointierten Totenmarsch. Das Album endet programmatisch mit Kurt Weills (von André Previn arrangierten) Song It never was you. Er handelt von einer liebenden Person, die anders als im Altenberg-Gedicht die Sehnsucht nicht sterben lässt und offenbar die Hoffnung nicht aufgibt, das ersehnte „you“ zu finden. 

Musikalisches Traumpaar

Eva-Maria Hartmann und Hilko Dumno erweisen sich in diesem Programm als ein musikalisches Traumpaar, das gemeinsam alle – oft so gegensätzlichen – Stücke stilistisch und emotional auf den Punkt bringt, ohne der Gefahr von Übertreibungen zu erliegen. Die Sopranistin besitzt eine leuchtkräftige Qualitätsstimme, die gegebenenfalls opernhaft auftrumpfen kann, aber auch über zahlreiche Farben und Zwischentöne verfügt, und sie bewegt sich mit traumwandlerischer Sicherheit im so ganz anders gearteten Metier der Diseuse. Der in allen Lagen und Stilrichtungen souveräne und imaginativ spielende Pianist scheint sie zu inspirieren und anzufeuern und gleichzeitig zu tragen. Auf ihr neues gemeinsames Programm „Komik. Tragik. Spiegelschrift“ darf man gespannt sein.

Ekkehard Pluta [18.10.2024]

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Robert Simpson: 
Chamber Music, Volume One

Most of the chamber music of Robert Simpson (1921–97) was recorded by Hyperion in the 1980s and ‘90s, but there remained some gaps in that discography. The Robert Simpson Society has sponsored two albums to plug them, this first one including an early string quartet and two songs that came to light only after the composer’s death. In later life Simpson used to say that poems good enough to set didn‘t need music – but these two youthful essays prove that he was already a master. Simpson wrote the D major string quartet as a student at Durham; an examiner described it as ‘fearless’. The two mature works – vintage Simpson – bring his sense of symphonic momentum into the clarinet repertoire.

Hier erhältlich: 


 

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©2024 Eva-Maria Hartmann

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